Von SuSE 9.1 zu Debian 4.0 …

Seit Herbst 2005 habe ich einen virtuellen Server, um genau zu sein ein VPS Linux XL 1.0 bei Host Europe. Das Ding lief immer sehr gut und hat nie Probleme gemacht (letzte Uptime: fast 700 Tage). Das Einzige, was mir mit der Zeit etwas Bauchschmerzen bereitet hat, war der Umstand, dass darauf noch ein gutes, altes SuSE 9.1 (mit Plesk 7) werkelte, was ja seit Juli 2006 nicht mehr supported wird und wofür es demnach auch keine Patches mehr gab. Ich hatte den Server vernünftig konfiguriert, so dass er erst mal weiter seinen Dienst verrichten konnte, ohne dabei offen wie ein Scheunentor im Internet rumzustehen. Doch jetzt war es mal an der Zeit, die Kiste zu updaten. Ein Wechsel auf SuSE 9.3 oder 10.x ist leider nicht so ohne Weiteres möglich (meiner Meinung nach einer der entscheidensten Nachteile von SuSE), so dass eine Neuinstallation anstand. Und wenn ich sowieso schon mal dabei war, dann auch gleich ein Wechsel auf Debian GNU/Linux, denn dort geht ein Versionswechsel mittels „apt-get dist-upgrade“ recht einfach und schmerzfrei über die Bühne und erspart mir die Neuinstallation (und Konfiguration!), die sonst in einem oder zwei Jahren wieder angestanden hätte. Außerdem ist Debian eh viel cooler 😉

Plesk wollte ich gerne behalten, weil ich den Server mit einigen Leuten teile, die sich mit Linux nicht auskennen. Für mich ist so ein Administrations-Tool auch eine recht angenehme Sache, denn so kann ich auf die Schnelle mal eine Subdomain anlegen, ohne mich durch die Zone-Files kämpfen zu müssen, und so weiter. Leider bietet HostEurope kein vorgefertigtes Image in der Kombination Debian mit Plesk an. Die Plesk-Lizenz ist aber bei jedem VPS enthalten und der Support legt gerne einen Lizenz-Key auf dem Server ab, so dass man Plesk manuell nachinstallieren kann (siehe FAQs von HE). Die Installation ist einen eigenen Beitrag wert, ich berichte bald darüber 😉

Und als ich so in den FAQs stöberte, habe ich noch etwas interessantes entdeckt: die Parallelbereitstellung. Unter bestimmten Voraussetzungen wird einfach einen neue virtuelle Maschine bereit gestellt und eine Woche lang laufen beide Systeme parallel, so dass man in Ruhe das neue System einrichten und seine Daten migrieren kann. Sehr gut – denn ich hatte damit gerechnet, dass ich das alte System komplett sichern und nach einer Neuinstallation mit dem passenden Betriebssystem in einer Nacht und Nebel-Aktion den gesamten Inhalt zuhause durch meine DSL-Leitung wieder hoch prügeln müsste 😉 Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich mal meinen 1.0er-Server gegen einen 3.0er austauschen lassen; bei gleichem Preis habe ich jetzt 30 GB statt 11 (oder 12?) GB Festplatten-Platz.

Das klang alles sehr gut, also hab ich das letzte Woche Donnerstag (gegen Mittag) mal in Angriff genommen und einen Auftrag über das KIS eingereicht. In der Woche nach Ostern würde der neue Server bereit gestellt, sagte mir der Support. Da hat sich der Mann geirrt – der neue Server lief letzte Woche Donnerstag (gegen 17 Uhr). Gestern habe ich die Migration gemacht, hat alles gut geklappt. Jetzt bin ich zufriedener Besitzer eines VPS Linux XL 3.0.